Bekannt Geworden Ist Carsten Fock Durch Sein Zeichnerisches Und

Bekannt Geworden Ist Carsten Fock Durch Sein Zeichnerisches Und

DESCARGAR PDF

Bekannt geworden ist Carsten Fock durch sein zeichnerisches und
malerisches Werk, in das er Slogans, Symbole, Songzeilen und Zitate
integriert und in dem er sich mit so unterschiedlichen Themen wie
Kunst, Mode, Pop, Militär, Werbung, Politik auseinandersetzt. Hierbei
sind die von ihm adaptierten Begriffe und Zeichen semiotisch lesbar
und erfüllen zugleich auch eine rein formale Funktion. Schriftzüge und
Logos erscheinen wie provisorische Denkarchitekturen, die
transformiert, revidiert und in Frage gestellt werden. Fock streicht
sie aus, überhöht oder zerstört sie, überblendet sie mit Schraffuren,
die auch das gesamte Bild wie ein rhythmisches All-Over bedecken
können. In seinen jüngeren Zeichnungen und Gemälden verzichtet der Per
Kirkeby-Schüler allerdings fast gänzlich auf Schrift oder figurative
Elemente. Seine prozessual- analytische Malerei evoziert und
kommentiert Formen der Kunst, die mit Transzendenz, Ekstase und
innerem Erleben in Zusammenhang gebracht werden: deutsche Romantik,
Abstrakter Expressionismus, neo-figuative Malerei der achtziger Jahre
und Outsider-Art. In Focks aktueller Ausstellung im Magazin4 setzt
sich die Tendenz zur gestischen Abstraktion fort. Zugleich verbindet
BACKPACK die Mittel der Malerei mit der Installation. Überdimensionale
Stellwände werden fast beiläufig an Wänden, Säulen oder die
Fensterfront gelehnt und dienen als Träger für eine Serie neuer
Gemälde, die im Sommer 2009 entstanden. Focks aktueller Werkkomplex
basiert auf der jahrelangen Beschäftigung mit Deutschem Informel und
Tachismus dem abstrakten Frühwerk von Philip Guston, der Malerei von
Ad Reinhard und Barnett Newman. Die Wirbel von Farbspuren, Flecken und
Schlieren, die sich auf Focks Bildern verdichten oder zerstreuen,
assoziieren sich mit Bewegungen des Denkens und Fühlens. Sie entstehen
aus dem Nachvollziehen von und dem Nachdenken über Malerei, ebenso wie
aus der Reflektion der eigenen persönlichen und künstlerischen
Entwicklung. Der Eindruck des Schwebens und Taumelns, von
gleichzeitiger Wucht und Schwerelosigkeit, setzt sich in der
Architektur der Ausstellung fort. Focks Stellwände sind ebenso Bild
wie Bildträger. Als Bildinstallation öffnet und versperrt BACKPACK
Sichtachsen, lässt Maßstäbe und Perspektiven kippen und zwingt den
Besucher, sich körperlich und sinnlich zu der Malerei ins Verhältnis
zu setzten. Indem Fock den White Cube dekonstruiert und in eine
abstrakte, ebenso reduzierte wie romantisch anmutende Landschaft
transformiert, hinterfragt er doppelsinnig die Möglichkeiten und
Präsentationsformen aktueller Malerei. BACKPACK zeugt ebenso von dem
Zusammenbruch bestehender Verhältnisse, wie auch von der Hoffnung auf
einen tatsächlichen Fortschritt in der Kunst.